Ruinen

Beelitz_Colage

Vergessene und verfallende Orte üben eine tiefe Faszination auf mich aus.
Ich weiß nicht genau warum, oder wann es angefangen hat, aber einen vor sich hinrottenden Haufen Schrott und Steine im Wald zu finden, ist für mich in etwa so, als würde man auf einen vergessenen Goldschatz stoßen. Und vielleicht erwarte ich auch jedesmal einen solchen zu finden. Irgendwo muss das Nazigold ja sein.

Die Bilder in diesem Post stammen aus den Heilstätten in Beelitz, 30 km ausserhalb Berlins.

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Mit ungefähr vier oder fünf Jahren bin ich, an die Hand meines Opas geklammert durchs Gestrüpp am Ahbach gestolpert. Zu den damals schon zugewucherten Gleisen der Stahlbahn vom Bochumer Verein hinter den Sauren Wiesen. Ich rede mir gern ein, dass diese frühe Erinnerung mich geprägt hat.

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Irgendwann später habe ich dann mal einen Film gesehen, in dem eine Gruppe von Kindern am Ende einer solchen verwahrlosten Trasse eine rostige alte Dampflock gefunden hat. Spätestens seitdem denke ich jedesmal wenn ich durch eine Ruine streife, irgendetwas lang Vergessenes zu finden.

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Vielleicht ist der Verfall aber auch, und jetzt wird es vorsichtig philosophisch, eine beispiellose Möglichkeit sich vor Augen zu führen, wie die Welt aussehe, wenn wir jetzt einfach verschwinden. Wie Zivilisationen vor uns verschwunden sind und uns Ruinen und Orte hinterlassen haben, die wir bis heute teilweise gar nicht verstehen und nur durch zufall wieder entdecken. Dabei ist dieses Erkunden wahrscheinlich das Nächste, das ich einer Zeitreise je kommen werde und zeigt die Sterblichkeit und den Überfluss unsere modernen Welt. Schließlich wie die Natur, den ihr abgerungenen Platz nach und nach zurückgewinnt.

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Das schlummerte in meiner Kindheit und Jugend so vor sich hin. Im Urlaub wurde gelegentlich auf den alten Schiffswracks herumgeklettert und mit großen Augen aus den Autofenstern gestiert. Vor fünf, sechs Jahren habe ich aber erst ich die Ecke des Internets gefunden in der Gleichgesinnte schon seit Ewigkeiten durch den Verfall streifen und wenig später ist das Ganze in den Massenmedien angekommen. Seien es Filme, Spiele, Comics oder Ausstellungen.

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In diesem Sinne bin ich jetzt nicht übereifrig was das herumklettern und fotografieren angeht, aber wenn ich zufällig schon mal an der richtigen Stelle im Wald stehe…

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Man muss auch mal loslassen können – Teil 2

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Tag 11: kurze Hose

Tag 20: I love it, when a plan comes together

Tag 21: der neue Soundtrack war in der Post

Tag 27: Scheiße is das!

Tag 28: zurück im 389er

Tag 30: es tut mir leid

Die WG ist gekündigt, die Kisten gepackt. Wir trinken viele letzte Biere. Und dann zieh ich wieder bei meinen Eltern ein. Ich sage in den vergangenen Tagen oft: „Mein Zeug stell ich bei meinen Eltern unter.“ Aber plötzlich stehen alle Möbel wieder vernünftig. Die Schränke werden der Übersicht halber wieder bestückt und meine Mutter steht wieder in der Tür und fragt, ob ich was zu essen möchte.
Dinge, die ich in den vergangenen Tagen auch oft sage: „Ne, da bin ich nicht da.“ und „Bis die Tage!“
Das fühlt sich alles ziemlich trippy an. Wenn ich mit der alten Buslinie durch meine Kindheit und Jugend tucker. Wenn ich statt drei Minuten, dreißig nach Hause fahre.
Also trinke ich noch ein paar mehr von diesen letzten Bieren mit Freunden, packe meine Sachen und bin raus, mein Kind.

Die erste Etappe führt nach Berlin, wo Sie gerade wohnt, Theater macht, schreibt und bald nen Fashionblog hat.
Es ist schön warm hier und die ganze Stadt ist schon deutlich sympathischer als noch im Winter.

Achselhaare schmücken im Sommer die Wiese
Achselhaare schmücken im Sommer die Wiese

Streetart in Friedrichshain
Streetart in Friedrichshain

Und in der nächsten Folge:
Wandern auf dem Rothaarsteig

Gesundheit, Glück und ein langes Leben

Ahh…

Die Hauptstadt.

Ich bin zu Besuch bei Ihr im Theater-Exil.
Am Freitag, den 10. Mai, feiert dann „Gesundheit, Glück und ein langes Leben“ in der Kulturfabrik Moabit Premiere.

Inszeniert von Clara Nielebock (facebook-dings hier).

Produktion: Clara Nielebock / Nicolas Plancq

Es geht um…
ja worum gehts denn?

Verfall!
Das Verlottern der Jugend in den Zwanzigern…
Nicht, dass das irgendwie auf unsere Zeit zu übertragen wäre.

Also los! Hin!
YOLO!