A Weekend Somewhere

THE OUTLOOK

Here I sit on my remote outlook position.
Watching the world and those people in it.
They don’t have a clue, but I can see them.
Merging with the forest, I hear his voice.
He is calling my name.
Joggers and retired old ladies are passing my view.
The soundscape now swallows me up.
Hundreds of birds, bees and mosquitos flying
And the noise of the city nearby buzzing in my head.
I’ll head over to the cemetery…

THE CEMETERY

This is some quiet and akward place.
Colourful in grief.
I walk slowly and calm.
The people watch wakefully.
Now they can see me.
Their voices are everywhere now.
I should sneak out of here.
There shall be a road over there somehow…

THE ROAD

The road wasn’t far.
A thin line streaming towards the city limits.
I make a quick escape through the suburbs.
And pass the vibrating border…

BEHIND CITY LIMITS

This place chews me up.
I don’t hear the noise first.
But then it hits me.
What are all these people up to.
The main road is sterile.
These beings are gross.
They are haunting towards me.
The city lights glow darker now.

Entwurf des Winters

Der November ist scheiße.

Es ist weder gemütlicher Herbst noch ist es richtig weihnachtlicher Winter.
Das Jahr ist noch nicht richtig um, aber etwas Neues anzufangen lohnt auch nicht mehr und das Finale kommt erst noch.
Nie scheint die Sonne.
Man kann nicht im Herbstlaub durch den Wald spazieren.
Das Laub ist nass.
Der Wald ist nass, die Schuhe werden nass und überhaupt würde Schnee sowieso viel mehr Spaß machen.
Keiner hat Geburtstag.
Niemand macht mehr Urlaub.
„Jetzt noch Urlaub lohnt sich auch nicht mehr!“
und niemand traut seinen Winterreifen Fahren im Grenzbereich zu.
Der November ist scheiße.

~

Hoppla.
Bin nur so aus Versehen in die Stadt gestolpert und habe einen unvorsichtigen Schlenker gemacht und schon ist es geschehen. Der Vorweihnachtszeit-Super-GAU, die Manifestation des Stresses, Tummelplatz Betrunkener, zwanghaft-fröhlicher Menschen aller Altersklassen. Der Weihnachtsmarkt.
Ich tauche schnell ab, knöpfe mir auch noch den letzten Rest am Mantel zu und lasse das blecherne Gedröhne einer schon viel-zu-lange-laufenden ‚Schönste Weihnachtsliederkassette‘ hinter mir.
Ich will doch nur ehrlich meinen Job machen und für’s Biertrinken bezahlt werden und jetzt bin ich hier in diesem Pack. Der Weihnachtsmarkt ist auch nach dem vierten Glühwein nur schwer zu ertragen.

Zeitsprung:
Vor der, durch die Dunkelheit in alkoholisierte Extase gebrachten Masse flüchtend, werden wir vor ein Geschäft gespült. Ich brauche einige Sekunden bis ich begreife und in sich-alle-umdrehender Lautstärke sage: „H&M BETREIBT HIER EINEN DESSOUS-OUTPOST?!“
Ich trippel hinter meiner Freundin in den Laden hinein. Sie bleibt hier und da mal stehen.
Wie lustig es wäre, wenn ich jetzt extrem laut zu ihr sagen würde, „Nein, ich denke für den sind deine Brüste definitiv zu groß!“ schießt mir durch den Kopf.
Ich beobachte die Handvoll Männer die hier rumsteht oder sitzt, keiner ohne Begleitung und klassifiziert in zweierlei Arten. Die Einen denken ‚Boah, dauert das lange.‘ Die Anderen ‚Boah geil… Ich hab ne Freundin.‘ Die Einen leiden, die Anderen nicht. Wenn sich ihre Blicke treffen gibt es diesen kurzen Moment des Verständnis.

Ich stehe da, während sie rumsucht, „Und der?“ sagt und ich grinse. Mein Blick schweift umher und ich probiere meine tief im Ypsilon-Chromoson eingekerbte Fähigkeit aus, mir die 30-40 Frauen in genau der Unterwäsche vorzustellen, welche sie jeweils gerade fragend in Händen hält.

Als ich bei den Umkleidekabinen auf dem super-modern geformten Sitzdingens absteige, das latent an einen Penis erinnert dröhnen wilde Kommunikationsfetzen, von circa 15 Personen aus den sechs Kabinen an mein Ohr. Ein „Isn’t it too small…like for sleeping…“ schräg hinter mir.

Und dann verlasse ich diese wunderbare, lustige Unterwelt. Ich sollte öfter wiederkommen und mich einfach so zu den Umkleiden setzen, als würde ich warten. In Wirklichkeit sitze ich im Unterwäsche-Aquarium. Das beruhigt.

~

Er steht vorm Spiegel und sagt: „Ich seh‘ schon, wir beide verstehen uns.“
Eine gesunde Selbstverliebtheit ist ganz OK, dachte er.