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Das wars mit der Ausbildung zum Mediengestalter.
Ende mit Berufsschule, 100km von mir entfernt und oft so belanglose Zeitverschwendung.
Fertig mit Hausaufgaben und sich das meiste selber beibringen.
Ich hab abgeschloßen mit Prüfungen und Konzepten, mit Referaten und Projekten.
Und das gar nicht mal sooo schlecht.

Das da oben sind die zwei Minuten fünfundvierzig Sekunden Abschlußfilm, die am Ende übrigbleiben.

Zeit stehlen

An diesem frustrierend heißen Freitag Nachmittag sitz ich geduckt hinter meinen zwei Monitoren und weiche der Sonne aus, die durchs Fenster hereinballert und mich physisch und psychisch fertig macht.

Ich lese gerade diesen Artikel hier als mein Chef langsam, den zuschaltbaren Sport-Auspuff demonstrativ zugeschaltet, vom Hof polltert.
Ich hätte mir gewünscht, er hätte mich gnädige 60 Minuten früher in den Feierabend geschickt, aber drauf geschißen.
Dann wär ich noch locker nach Venlo gekommen und müsste gleich nicht drauftreten wie nen Irrer um noch 3 Paletten Dosenbier zu ergattern.

Noch 10 Minuten Spielzeit, noch 20 Minuten rumsitzen, absitzen, für mich.
Auf meinem rechten Monitor läuft der ARD-Stream von Südafrika – Mexiko.
Vollbild!
Ich schwitze. Überlege ob ich mir nen Becks aus dem Kundenkühlschrank klauen soll.
Wurde gestern nicht die dicke Kassiererin vom Pfand-Bon moppsen freigesprochen?

Belanglos

Selbstbildnis bei Stromausfall, Kulli auf Druckerpapier, 2009
Selbstbildnis bei Stromausfall, Kulli auf Druckerpapier, 2009

AdvancedBoredom gibts jetzt seit genau etwas mehr als einem Jahr.

Aus Langeweile will ich da nur kurz drauf rumreiten, weil ich mir das für den Geburtstag eigentlich vorgenommen, aber dann vercheckt habe und um mal wieder etwas Schwung in die rasante Postingfrequenz zu bringen.

Aus Langeweile begonnen, an zeitverschwendenden Arbeitstagen in der alles dominierenden Wirtschaftskrise weitergeführt, ist aus dem ursprünglichen Kanalisationinstrument für verschwendete Kreativität ein Blog geworden, das seither 758 Besucher zählt. Wahnsinn!

26% aller Artikel hier beginnen mit „Ich“.
„Nur für sich“ schreiben ist ja auch Kappes.

Zum Sommerloch

Ich sitze im Sommerloch, an meinem Schreibtisch und starre durch fast geschlossene Lider muffig aus dem Fenster.
Draußen im Schlosspark spielen und lachen, fallen und plärren Kinder. Hier drinnen hört man nichts, nur das lebenserhaltende Surren der Klimaanlage. Ich gucke muffig. Gerade eben hatte ich mich mit der Kaffeemaschine aufs Übelste gezankt. Wollte nicht so richtig funktionieren das Scheißding, hat mir grantig siedendes Wasser entgegengehustet und wurde dafür in die hinterste Reihe der Kaffeemaschinenarmada geschubst.
Ich fingere Fanta aus dem Kühlschrank. Wenn schon kein Koffein, dann wenigstens Zucker. Ich steh in dem kleinen Küchenschrank und schmecke müde die Fanta. Sie schmeckt nach allem nur nicht nach Mandarine. Ich klettere aus dem fensterlosen Kabuff und sehe, dass es zu regnen angefangen hat. Draußen verschwimmt die Welt. Meine Laune bessert sich, als ich diabolisch grinsend die Familien vom verregneten Spielplatz flüchten sehe. Ich schleppe mich wieder die Treppe hinauf. Im Büro hacken träge Mitarbeiter trübe auf Tastaturen ein, während sie nach dem passenden Sommerregen-Sound in irgendeinem degenerierten Webradio suchen und die Stunden bis zum Feierabend zählen.
Ich zähle mit. zwei, eindreiviertel, eineinhalb, eineinviertel, eine…
Zum Feierabend beschleunigt sich die Zeit langsam. Um den Mittag rum, wenn ich mir gelangweilt zumeist mein Butterbrot ins Maul stopfe, kauen sich die Minuten wie 4 Tage alte Stullen runter, aber ab fünf rennt die Zeit auf einmal los und schon steh ich wieder im Stau.