Chromologie

Jetzt ist mir dieser abgefahrene Titel eingefallen, aber ich habe absolut keine Ahnung wie ich jetzt die Brücke zum Rest des Beitrages schlagen soll…

Der Sommer tritt langsam ab. Wir sind auf der vierten Etappe des Eifelsteigs unterwegs. Mitten im Nationalpark Eifel.

1933 – fordert Hitler den Bau von neuen „Schulen“ für den „Führernachwuchs“. Dabei muss er so etwas wie „Make it BIG!“ gesagt haben (wahrscheinlich eher nicht auf Englisch).

1934 – erfolgte dann der erste Spatenstich für das zierliche Großprojekt und nur 2 Jahre später war die Ordensburg dank eifriger eintausenfünfhundert Mitarbeiter bezugsfertig. Dabei fiel die Anlage dann doch verhrhältnismäßig sparsam aus. Das nie errichtete Haupthaus sollte 100 mal 300 Meter messen.

Aus dem bewaldeten Hängen der Urfttalsperre betritt man die Dreiborner Hochfläche und sieht von dort aus kurze Zeit später die NS-Ordensburg Vogelsang dramatisch auf dem nächsten Hügelkamm thronen. Der Weg führt dann recht zielstrebig nach Wollseifen.

12. Jahrhundert – Das kleine Dorf auf der Dreiborner Hochfläche wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

1944 – gerät Wollseifen unter starken Artilleriebeschuß und wird heftig zerbombt. Die Bevölkerung wird evakuiert und kehrt 1945 in ihr, von den Briten eingenommenes Dorf zurück. Ein Jahr später, am 1. September

1946 – lässt die britische Militärverwaltung das Gelände zum Sperrgebiet erklären und die 500 Einwohner müssen einem Truppenübungsplatz weichen. Was jetzt noch von dem Dorf übrig ist wird bei Schießübungen zeballert.

1950 – bis 2006 ist die belgische Armee auf dem Truppenübungsplatz zugange und lässt an Stelle der mittlerweile abgetragenen Häuser neue bauen. Um dort den Häuserkampf zu trainieren. 2006 wird der Truppenübungsplatz aufgegeben und ist zusammen mit der Ordensburg wieder frei zugänglich.

Auf einmal stehen die ersten Gebäude vor einem. Überall ist offen und wir durchstreifen die verlassenen Häuser, die merklich auf Trainigszwecke konstruiert sind.

Wir stiefeln durch die Geisterstadt, die gar keine ist, denn bei 30°C wuseln unzählige Touristen und Wanderer durch die Gassen. Die Kirche, eines der wenigen ursprünglichen Gebäude, ist behutsam restauriert worden. Hier und da ragen alte Gebäude aus dem Dickicht und die Hauptstraße wird beidseitig von etwa zehn zweistöckigen Betonziegelhäusern gesäumt.

Es geht wieder in den Wald hinein und durch eine letzte Talsenke. Auf der anderen Seite steht direkt eines der massiven Kameradschaftshäuser vor einem und versperrt die Sicht auf den Wasserturm und den Rest der Anlage. Aus der Nähe wirkt die Ordensburg auch weniger bedrohlich als aus der Ferne auf dem Hügel hängend.

1945 – US GIs erobern die Burg der einstigen Elite Hitlers kampflos.

Dazu habe ich noch einen Spiegel Einestages Artikel gefunden.

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