Zum Sommerloch

Ich sitze im Sommerloch, an meinem Schreibtisch und starre durch fast geschlossene Lider muffig aus dem Fenster.
Draußen im Schlosspark spielen und lachen, fallen und plärren Kinder. Hier drinnen hört man nichts, nur das lebenserhaltende Surren der Klimaanlage. Ich gucke muffig. Gerade eben hatte ich mich mit der Kaffeemaschine aufs Übelste gezankt. Wollte nicht so richtig funktionieren das Scheißding, hat mir grantig siedendes Wasser entgegengehustet und wurde dafür in die hinterste Reihe der Kaffeemaschinenarmada geschubst.
Ich fingere Fanta aus dem Kühlschrank. Wenn schon kein Koffein, dann wenigstens Zucker. Ich steh in dem kleinen Küchenschrank und schmecke müde die Fanta. Sie schmeckt nach allem nur nicht nach Mandarine. Ich klettere aus dem fensterlosen Kabuff und sehe, dass es zu regnen angefangen hat. Draußen verschwimmt die Welt. Meine Laune bessert sich, als ich diabolisch grinsend die Familien vom verregneten Spielplatz flüchten sehe. Ich schleppe mich wieder die Treppe hinauf. Im Büro hacken träge Mitarbeiter trübe auf Tastaturen ein, während sie nach dem passenden Sommerregen-Sound in irgendeinem degenerierten Webradio suchen und die Stunden bis zum Feierabend zählen.
Ich zähle mit. zwei, eindreiviertel, eineinhalb, eineinviertel, eine…
Zum Feierabend beschleunigt sich die Zeit langsam. Um den Mittag rum, wenn ich mir gelangweilt zumeist mein Butterbrot ins Maul stopfe, kauen sich die Minuten wie 4 Tage alte Stullen runter, aber ab fünf rennt die Zeit auf einmal los und schon steh ich wieder im Stau.

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